Gala führt zu Fotofinish

Spannender hätte der Saisonendspurt in der Regionalliga Südwest der Herren kaum ausgehen können. Denn am letzten Spieltag siegte Der TTC Bietigheim-Bissingen beim bisher zu Hause noch ungeschlagenen DJK Sportbund Stuttgart nach tollem Spiel mit 9:4 Spielen, während parallel der Tabellenzweite aus Kuppingen in Plüderhausen mit 4:9 unterging. So waren die Bietigheimer und Kuppinger am Ende punkt- und spielgleich auf Platz zwei und drei der Tabelle. Beide wiesen ein Punktekonto von 26:10 bei einem Spielverhältnis von plus 45 auf. „Es begann das Rätseln, was nun ausschlaggebend sei. Keiner wusste so recht Bescheid“ so TTC-Spitzenspieler Mats Sandell. Ein Anruf beim Klassenleiter brachte dann Klarheit. Das Ballverhältnis sollte die Entscheidung um den zweiten Tabellenplatz bringen, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gegen den Zweitplatzierten aus der Regionalliga Süd (FC Bayern München) berechtigen sollte. Dort wiesen die Kuppinger ein Verhältnis von plus 722 auf während die Bietigheimer nur auf ein positives Ergebnis von 318 kamen. „Verrückt, dass nach 18 Saisonspielen das Ballverhältnis entscheidet. Ein Punkt mehr und wir sind Meister, ein Spiel mehr und wir sind Zweiter. Was eine packende Saison“ resümiert TTC-Vorstand Matthias Grünenwald das Saisonfinish.

Das Spiel in Stuttgart lief dagegen von Anfang an zu Gunsten des TTC. Sandell/Pekka Pelz besiegten Alexander Frank/Timo Brieske ebenso glatt in drei Sätzen wie Nick Rütter/Tom Mayer ihre Kontrahenten Carlos Dettling/Nico Wenger. Die Niederlage von Pedro Osiro Shinohara/Michael Engelhardt (0:3 gegen Hao Mu/Sven Happek) brachte dem TTC die 2:1 Führung in den Eingangsdoppeln. Es folgten zwei Punkteteilungen durch glatte Siege von Sandell gegen Happek (3:0) und Osiro Shinohara gegen Dettling (3:1) bei zwei ebenso klaren Niederlagen von Pelz gegen Mu (1:3) und Rütter gegen Frank (0:3), ehe das hintere Paarkreuz des TTC die Vorentscheidung einleitete. Zunächst beherrschte Mayer seinen Kontrahenten Brieske souverän in vier Sätzen zum 5:3 Zwischenstand. Am Nebentisch drehte Youngster Engelhardt einen 0:2 Satzrückstand gegen Wenger noch in einen 3:2 Sieg und brachte seinem TTC das 6:3 zur Halbzeit. Zwei packende Spiele im Spitzenpaarkreuz brachte dem TTC die 7:4 Führung. Zunächst musste sich Sandell dem starken Chinesen Mu in fünf Sätzen geschlagen geben, ehe Pelz mit einem 3:2 gegen Happek den alten Vorsprung wiederherstellte. Osiro Shinohara erhöhte durch ein tolles 3:1 gegen Frank auf 8:4, während Rütter parallel mit Dettling keine Probleme hatte und das 9:4 für seine Farben zum Saisonausklang festzurrte.

„Es war ein toller Auftritt von uns. Die Stuttgarter sind ein starkes Team und vor allem zu Hause eine Macht. Das zeigt unsere Klasse heute“ freute sich auch Mayer über den glatten Sieg seines Teams. „Das dadurch nochmals solch eine Dramatik in das Aufstiegsrennen kommt, war nicht mehr auszudenken. Umso bitterer, dass die extrem unnötige Niederlage gegen Plüderhausen vor Wochenfrist jetzt umso mehr schmerzt“ so Mayer weiter.

Lachender Dritter im Meisterschaftsrennen ist am Ende die TSG Kaiserslautern, die vom Sofa aus in den letzten beiden Wochen den Titel feiern konnten. Mit 27:9 Punkten beendeten die Pfälzer die Saison einen Punkte vor dem TSV Kuppingen und dem TTC. Den Gang in die Oberliga müssen Die SpVgg Gröningen-Satteldorf und die TG Wallertheim antreten, während der TTC Wehrden aufgrund einer Niederlage am letzten Spieltag beim Tabellenletzten aus Wallertheim die Abstiegsrelegation gegen die Tabellenzweiten der Oberliga Südwest und Oberliga Baden-Württemberg spielen muss.

„Natürlich ist der Saisonausgang für uns jetzt schon sehr bitter – aber man darf nicht vergessen, dass der Klassenerhalt vor der Saison das Ziel war. Dieser wurde uns eigentlich mit unserem Team nicht zugetraut. Dafür war es eine Wahnsinnssaison. Zu dieser Einsicht werden wir auch irgendwann kommen, wenn die Enttäuschung über den knapp verpassten Titel und Aufstieg verflogen ist“ zeigt sich Grünenwald stolz auf sein Sextett. „Nun heißt es die Planungen für die kommende Regionalligasaison voranzutreiben. Wir müssen sehen wer aus dem aktuellen Team bleiben wird. Dann heißt es mögliche Abgänge dementsprechend zu ersetzen. Langweilig wird’s also nicht“ so Grünenwald zu den bevorstehenden Aufgaben.

mg

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